
Wo sich der Vinschgau und das Passeiertal zum Etschtal vereinigen, liegt das Burggrafenamt. Von den kalten Winden des Nordens durch die Dreitausender der Ötztaler, die in diesem Abschnitt Texelgruppe heißen, geschützt, öffnet sich das Tal hier in einer satten Breite von rund sechs Kilometern in Richtung Süden, was ein besonders mildes Klima der mediterranen Art ermöglicht und so das Burggrafenamt zu einer Landschaft mit stark südländischem Flair inmitten der Südtiroler Alpen werden läßt.
Ist das Burggrafenamt das Herzstück des alten historischen Landes Tirol, so sind die drei Orte Meran, Dorf Tirol und Algund zweifelsohne als das Herzstück dieses Herzstücks zu bezeichnen.
Die Kurstadt Meran, im Weichbild des Zusammenflusses von Etsch und Passer gelegen, ist ihrer vielen Gärten und Promenaden wegen, in denen sich die Pflanzenwelt vor allem des günstigen Klima wegen so verschwenderisch gebärdet wie kaum andernorts im zentralen Alpenraum, eine Stadt der Superlative. Hier blühen die seltensten Pflanzen in einer Üppigkeit, wie man diese nicht einmal in südlicheren Gefilden finden kann: dies weil hier südliche Temperaturen und nördlicher Wasserreichtum in einem Verhältnis aufeinandertreffen, daß es stimmiger nicht sein könnte.
Meran ist aber nicht nur eine Promenaden- und Gartenstadt; Meran ist nicht minder eine Kulturstadt mit einer reichen Geschichte, die das Land Tirol über weite Strecken ganz nachhaltig geprägt hat.
So bietet das landschaftlich herrlich und zentral postitionierte Dreigebilde Meran, Dorf Tirol und Algund im Burggrafenamt, der Hochburg des deutschen Südtirol, in kultureller, geschichtlicher und klimatischer Hinsicht eine seltene Symbiose der Stimmigkeit. Die Linien der Landschaft verdichten sich hier im wahrsten Sinn des Wortes zum Gedicht, hier werden landschaftliche Visionen Wirklichkeit!